Die Kirchengemeinde UmmerstadtUmmerstadt 01
wird betreut vom:
Pfarramt Heldburg-Ummerstadt  





Ummerstadt 02Friedhofskirche
„St. Andreas“








 Stadtkirche
„St. Bartholomäus“


Ummerstadt – Stadtkirche “St. Bartholomäus”

Untrennbar ist die Geschichte der Stadtkirche St. Bartholomäus mit der Stadtgeschichte von Ummerstadt verbunden. In einer Überlieferung des Klosters Fulda von 837 wird neben anderen Orten auch ein Dorf “Untrangeui” erwähnt, eine vermutlich nahe dem heutigen Ummerstadt gelegene Siedlung, vom Walde umgeben, heute nicht mehr lokalisierbar. Vermutlich war es der Vorgängerort des jetzigen Ummerstadt. Bereits 1223 ist dann Ummerstadt erstmals in einer Urkunde bezeugt. Bis zur Reformationszeit gehörte die Kirche zu Ummerstadt zum Würzburger Landkapitel Coburg. Die Mutterpfarrei war Heldburg. 1290 wird erstmals ein Geistlicher in Ummerstadt erwähnt.
In einer Urkunde aus demselben Jahre wird bestätigt, dass Ummerstadt bereits das Stadtrecht besaß. Am 2. Dezember 1290 ließen sich die Bürger erneut die einst – wohl bereits 1245 – von den Henneberger Grafen verliehene Stadtfreiheit und die damit verbundenen Rechte bestätigen bzw. neu verleihen.
Damit dürften sie jenes Stadtrecht erhalten haben, das u. a. auch zu Heldburg, Rodach, Eisfeld, Römhild und Hildburghausen in Geltung war. Bestätigt bzw. verliehen wurde der Stadt auch das Abhalten von zwei Jahrmärkten; einmal zu Bartholomäus (24. August) und dann zu Andreas (30. November), dazu einen freien Wochenmarkt jeweils am Donnerstag. Die beiden Apostel Bartholomäus und Andreas sind zugleich auch die Namen der beiden Ummerstädter Kirchen, der älteren, ersten Pfarrkirche St. Andreas und der Stadtkirche St. Bartholomäus.
Nachdem im späten Mittelalter die Pfarrei “auf dem Berge” an Bedeutung verlor und die Gläubigen wieder von Heldburg aus versorgt werden mussten, beantragten die Ummerstädter mit Zustimmung des Heldburger Pfarrherren die Errichtung einer neuen Pfarrei in Ummerstadt mit der Bartholomäuskapelle als Pfarrkirche.
Die Bartholomäuskapelle wurde als Kirche weiter ausgebaut und 1528 zur Pfarrkirche erhoben. Sie übernahm damit die Funktion, die die Andreaskirche in der wechselhaften Weise ihrer Geschichte bisher innehatte, ohne dass das gottesdienstliche Leben in der “Bergkirche” erlosch!


Ummerstadt – Kirche “St. Andreas”

Nähert man sich von Bad Colberg her Ummerstadt, so wird das Bild beherrscht von den beiden Kirchen des kleinen Städtchens. Zur rechten Hand sieht der Betrachter die wuchtige Stadtkirche St. Bartholomäus mit ihrem mächtigen, fast bis in Turmhöhe reichenden Dach. Auf der linken Seite grüßt von einer Anhöhe herunter die kleinere, dem heiligen Andreas geweihte Kirche.
Sie ist zweifellos die ältere der beiden Kirchen und soll daher als erste betrachtet werden. Steigt man vom Marktplatz die Anhöhe zu ihr empor, erkennt man noch deutlich die mit Wällen und Mauern einstmals befestigte Wehranlage. Die Andreaskirche, auch Bergkirche oder Oberkirche genannt, ist romanischen Ursprungs.
Die Andreaskirche war einstmals die erste Pfarrkirche des Ortes. Der 1290 urkundlich erwähnte Geistliche mit Namen Ludwig (“Ludowicus plebanus in Ummerstadt”) dürfte Pfarrer dieser Bergkirche gewesen sein.
In den ersten Apriltagen 1945, kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs, schlug beinahe die letzte Stunde für das alte Gotteshaus. Der Turm und ein Teil des Kirchenschiffes wurden durch amerikanische Artillerie in Brand geschossen, nachdem in sinnloser Weise da und dort noch Widerstand geleistet worden war. Dabei wurde auch das weithin sichtbare Wahrzeichen Ummerstadts, der über 46 m hohe Turm der Andreaskirche mit seinem beschieferten achteckigen Helm, der unten von vier kleinen Ecktürmchen umgeben war, zerstört. Erst 1960 konnten die Kriegsschäden beseitigt werden, wobei der Turm zwar nicht in alter Höhe wieder errichtet wurde, aber eine gute Proportion zum Kirchengebäude bekam.
Wie durch ein Wunder blieb das Buntglasfenster im Chorraum, den auferstandenen Herrn Christus zeigend, beim Brand im April 1945 verschont.
Obwohl mitten im Friedhof gelegen und sehr oft für Trauerfeiern benutzt, kann man dennoch die Andreaskirche nicht als Friedhofskirche bezeichnen. Sie dient auch heute noch als Gemeindekirche und erfreut sich besonders zu Karfreitag, Himmelfahrt und Ewigkeitssonntag mit den angebotenen Gottesdiensten großer Beliebtheit. Aber auch das weihnachtliche Singen des Ummerstädter Kirchenchores in der Andreaskirche im Anschluss an den Adventsmarkt unten in der Stadt hat seit Jahren seine feste Tradition.
Auf eine besonders schöne, tiefsinnige und weithin sicher einmalige Sitte in Ummerstadt soll im Zusammenhang mit der Andreaskirche noch hingewiesen werden: Bei den Trauerfeiern, die von diesem Gotteshaus ausgehen, wird den Särgen und Urnen nicht nur das Vortragekreuz vorangetragen, sondern gleichzeitig damit die Heilige Schrift, die Bibel, das Wort Gottes, das die Überwindung von Tod und Grab durch den auferstandenen Jesus Christus verkündet.

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