Die Kirchengemeinde LindenauLinden 01
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Pfarramt Heldburg-Ummerstadt








Linden 02

Lindenau-Friedrichshall – Kirche “St. Matthäus”

Nur wenige Kilometer südöstlich von Heldburg nahe der Landesgrenze Thüringen-Bayern liegt der Ort Lindenau mit seinem Ortsteil Friedrichshall, weithin durch seine Bitterwasserquelle bekannt. Diese Salzquelle kam 1152 von dem Besitzer Gerung an die Klöster Langheim und Ebrach zur gemeinsamen Nutzung. Somit wird Lindenau 1152 erstmals als “Lyndenowa” erwähnt, doch ist der Ort vermutlich noch älter.
Bis 1432 wurde die Saline zunächst als Salzwerk ausgenutzt, nach Pausen dann 1714 bis 1752 und 1761 wieder in Betrieb gesetzt und nach dem 1763 geborenen Erbprinzen (Sachsen-Hildburghausen) “Friedrichshall” genannt. Seit 1840 erfolgte dann die planmäßige Nutzung des Heilwassers, das von nun an auch in Apotheken und Drogerien erhältlich war.
1317 wird Lindenau als Ort mit 77 Gütern erwähnt, was bedeutet, das es ein für mittelalterliche Verhältnisse ziemlich großes Dorf war. Zahlreiche adlige Geschlechter waren zu jener Zeit dort belehnt. Den Hennebergern folgten 1374 die Wettiner, die bis 1918 Landesherren unseres Territoriums bleiben sollten.
Kirchlicherseits gehörte das Dorf Lindenau zur Pfarrei Heldburg. 1427 wird erstmals ein “plebanus” (Geistlicher) für Lindenau genannt. Damit dürfte der Ort in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts “aus der Pfarr Heldburg (aus-)gezogen” und zur selbstständigen Pfarrei erhoben worden sein. Die (alte) Kirche, die ursprünglich neben der ehemaligen alten Schule stand, war laut Inschrift einer aus dem Jahre 1490 stammenden Glocke dem Evangelisten Matthäus geweiht. Dieses alte Lindenauer Gotteshaus dürfte von Gaden umgeben gewesen sein und hatte demnach den Charakter einer Wehrkirche, in die sich die Bevölkerung in kriegerischen Zeiten zurückziehen konnte. Durch die Ereignisse der Reformation wurde Lindenau 1528/29 evangelisch. Die Visitationsakten erwähnen für Lindenau noch eine weitere Kirche. Sie dürfte südöstlich von Lindenau, außerhalb des Ortes also und in Richtung Autenhausen gestanden haben.
Heute erinnert daran noch die Flurbezeichnung “Neukirchen”. Sie liegt gegenüber der Saline, westlich der Kreck, auf einer Uferterrasse. Lange Zeit sollen von ihr noch Trümmer zu sehen gewesen sein, und ihre Glocke, wieder aufgefunden, sei auf den Turm der (alten) Lindenauer Kirche gekommen. Dieses Gotteshaus muss man sich als eine größere Wegekapelle vorstellen, wie sie im benachbarten Bayern häufig zu finden sind. Ihr Patrozinium ist nicht bekannt.
Von den ehemaligen Lindenauer Geistlichen ragen besonders heraus: Magister Johann Faber, der 1615 Hofprediger in Coburg und Professor am dortigen Gymnasium war. Martin Bötzinger, der als Pfarrer des Nachbarortes Poppenhausen von 1636 bis 1640 auch in Lindenau Dienst tat und wegen seines von ihm beschriebenen Lebensschicksals im Dreißigjährigen Krieg weithin bekannt wurde. Und schließlich Johann Christian Hattenbach, der bis zum Generalsuperintendenten in Meiningen aufstieg. Mit dem Tod von Pfarrer Richard Erk 1929 verstarb der letzte zu Lindenau ansässige Ortsgeistliche. Je nach Situation wurde Lindenau von Ummerstadt und Heldburg – gegenwärtig ausschließlich von Heldburg – geistlich versorgt.

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