Die Kirchengemeinde LeimriethLeimrieth
wird betreut vom:
Pfarramt Bedheim-Pfersdorf


Leimrieth – Kirche “St. Valentin” (“Lutherkirchlein”)

Die kleine Ortschaft Leimrieth liegt etwa vier Kilometer südwestlich der Kreisstadt Hildburghausen und ist seit dem Jahr 1994 auch Stadtteil. In einem Hennebergischen Lehnsverzeichnis von 1317 wird der Ort als “Leymeriet am Leimbach, Lemrit” erstmalig erwähnt. Er könnte aber noch älter sein. 1560 wird er als “Leimeredt” bezeichnet. Dabei bedeuten die Worte, aus dem Althochdeutschen abgeleitet, Ried soviel wie “feuchte Wiese” und “leimo” gleich Lehm. Den Ortsnamen könnte man also mit den Worten “Lehmwiesen mit Riedgras” wiedergeben.
Das Gotteshaus liegt an der Straße, die von Hildburghausen nach Römhild führt. Immer wieder entzückt den Betrachter die originelle Außenansicht der kleinen Leimriether Kirche “St. Valentin”. Der Blick schweift vom wuchtigen gotischen Kirchendach über den fachwerkgestalteten Turm, der im Untergeschoss den Altarraum birgt, zum zierlichen aufgesetzten spitzen Dachreiter mit Turmknopf und Wetterfahne.
Diese eigenartige “Staffelung” des Baukörpers findet sich in unserer Gegend selten. Der Altarraum und das Langhaus stammen in ihren ältesten Teilen von einem Bau aus dem Jahre 1504 her. Dieser wurde dann 1524 von Probst Anthonius (nach anderer Überlieferung von einem Abt Johannes – wahrscheinlich aus Kloster Veilsdorf) dem heiligen Valentin geweiht.
Die Kirche in Leimrieth in ihrer derzeitigen Gestalt ging aus einem Wiederherstellungsbau von 1716 bis 1724 hervor, wie es eine lateinische Inschrift in einem ovalen Sandsteinschild oberhalb des Haupteinganges aussagt.
Im Inneren bietet die Valentinskirche Leimrieth das Bild einer schlichten evangelischen Dorfkirche. Dieser Eindruck blieb auch nach einer mehrjährigen Innenrenovierung erhalten.
Trotzdem erregen einige wenige Kunstgegenstände das Interesse des Besuchers, so das alte, sehr ausdrucksstarke Altarkreuz mit dem Korpus Jesu Christi, das man auf die Zeit um 1500 datiert und dem großen fränkischen Holzbildhauer Tilman Riemenschneider bzw. seiner Werkstatt zuschreibt. Die kleine Kirche ist mit zwei Emporen versehen, die auf zum Teil zopfartig geschnittenen Pfosten ruhen. An einem Pfosten steht die Zahl 1724.
Mit der Leimriether Kirche verbindet sich die Legende, dass Martin Luther in ihr gepredigt haben soll. Denkbar wäre dies nur 1530, als der Reformator auf der benachbarten Veste Coburg weilte. Es lässt sich ein Aufenthalt Luthers in Leimrieth aber weder beweisen noch völlig in das Reich der Sage verbannen. Als gesichert aber gilt, dass der Reformator das Leimriether Kirchlein 1542 nicht eingeweiht hatte.
Im Volksmund aber hat sich, in Anlehnung an einen möglichen Besuch Luthers im Ort, der Name “Lutherkirchlein” neben “St.-Valentins-Kirche” eingebürgert.
Die Leimriether hüten und verwalten ihre Ortskirche als einen kostbaren Besitz.

Besuchen Sie unsere Kirche und Gemeinde bei ihren Veranstaltungen.
Sie sind willkommen!
Termine dazu erfahren Sie im Pfarramt. (siehe oben)