Die Kirchengemeinde SeidingstadtSeidingstadt
wird betreut vom:
Pfarramt Streufdorf 

Ansprechpartner:
Erich Angermüller
stellvertretender Vorsitzender GKR Seidingstadt
Hauptstr. 49
98646 Seidingstadt
Tel.: 036875-60889


Seidingstadt

Wer denkt wohl am jährlichen Oktoberfest auf der “Theresienwiese” in München an das kleine Seidingstadt im Südthüringer Land? Und doch wäre dieses wohl größte deutsche Volksfest nicht entstanden, hätte es nicht jene Prinzessin Therese, Tochter des Herzogs Friedrichs und seiner Gemahlin Charlotte von Sachsen-Hildburghausen, gegeben. Sie wurde am 8. Juli 1792 im Seidingstädter Schloss geboren und nach ihrer Vermählung mit dem bayerischen Kronprinzen im Jahr 1810 ab 1825 Königin des Bayernlandes.
Das Schloss selbst, das der erste Hildburghäuser Herzog Ernst (1680 – 1715) erbauen ließ, steht heute nicht mehr. Die Reste dieses Baues, dessen Besitzer in späterer Zeit wiederholt wechselten, wurden nach vorausgegangenem Brand bis Ende der siebziger Jahre des 20. Jahrhunderts leider beseitigt.
Lediglich der “Schlosspark zu Seidingstadt” erinnert an die einstige Sommerresidenz der Hildburghäuser Herzöge. Er war ursprünglich nach englischem Vorbild angelegt worden und dient noch heute zahlreichen kulturellen Veranstaltungen im Lauf des Jahres.
Seidingstadt wurde im Jahre 800 als “Siduchesstadt” erwähnt, wo Güter von der Äbtissin Emhild (Kloster Milz) an die Abtei in Fulda abgegeben wurden. In späteren Zeiten wandelte sich der Ortsname in “Sidungestat”, 1317 in “Sydingistadt” und war schon früher ein bedeutender Ort. Das steigerte sich noch durch die fürstlichen Aufenthalte – besonders von 1712 an.
Aus diesem Grunde erhielt der kleine Ort mitsamt der ihm kirchlich zugehörigen Ortschaft Völkershausen, zwischen Heldburg und Seidingstadt gelegen, eine eigene Pfarrei, die etwa bis zum Ende des Herzogtums Sachsen-Hildburghausen (1826) bestand. Heute wird Seidingstadt mit Völkershausen seelsorgerlich und kirchlich von Streufdorf aus betreut, wie es 1535 bereits der Fall war.
Die Seidingstädter Ortskirche war während der Zeit der fürstlichen Aufenthalte, meist im Sommer, gewissermaßen die zweite Hofkirche (neben der Christuskirche in Hildburghausen) des Herzogtums. Der Landesfürst, seine Familie und der “Hofstaat” gingen mit zu den Gottesdiensten im Ort.
Bei der Öffnung des Kirchturmknopfes anlässlich von Restaurierungsarbeiten im Jahr 1995 fand sich in einer “Denkschrift” vom 30. August 1814 folgender “Nachtrag”: “Eines von den seltenen Ereignissen des hiesigen Ortes ist, dass unsere durchlauchtigste Prinzessin Louise in der Kirche zu Seidingstadt öffentlich confirmiert und eingesegnet wurde und sodann hier zum ersten mal mit höchstdero durchlauchtigsten Aeltern und Geschwistern comuniziert (d. h. am Heiligen Abendmahl teilnahmen)”.
Das jetzige Kirchgebäude wurde im Anfang des 18. Jahrhunderts errichtet. An einem Sparren des Kirchendaches fand sich die Jahreszahl 1703. 1836 wurde die Kirche abermals erneuert. Dabei erhielten das Kirchenschiff eine zweite Empore und der Turm das oberste Stockwerk.
Von Seidingstadt aus hat man einen guten Blick auf den Straufhain. Diese 450 Meter emporsteigende Basaltkuppe – dicht an der Landesgrenze von Thüringen und Bayern – krönt eine seit dem Bauernkrieg von 1525 in Trümmern liegende Burg. Sie hatte zeitweilig für unser Gebiet eine große Bedeutung. Diese Burg (1156 “Struphe, Strufe, Struff” genannt) hatte eine sehr interessante und wechselvolle Geschichte. Sicher hatte auch diese Bergfestung eine Burgkapelle, die aber heute – auch an den baulich gesicherten Ruinenresten – nicht mehr nachzuweisen ist. Heute trägt der kommunale Gemeindeverband, zu dem auch Seidingstadt gehört, den Namen des Berges “Straufhain”.

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