01.04.2025
Passionsoratorium von Carl Loewe

Das Passionsoratorium, das die Stadtkantorei Hildburghausen, die Kantorei Eisfeld und das Collegium musicum Hildburghausen in diesem Jahr gemeinsam aufführen, entstammt der Feder Carl Loewes (1796-1869). Der Stettiner städtische Musikdirektor, Organist, Kantor, Lehrer und Komponist Loewe erlangte besonders durch seine zahlreichen Balladen Bekanntheit. Seine 17 Oratorien aber bilden einen gewichtigen Beitrag zur Gattung des Oratoriums im 19. Jahrhundert.

Mit dem 1845/46 entstandenen „Sühnopfer des neuen Bundes“ (so der Titel des Oratoriums) steht Loewe formal ganz in der Tradition der Oratorien Händels und Passionen Bachs. Musikalisch nähert er sich durchaus seinen Zeitgenossen Franz Schubert und Felix Mendelssohn Bartholdy.

Das Libretto, das sich eng an die biblische Passionserzählung hält, schrieb Wilhelm Telschow, der sich wie Loewe in den 1840er Jahren mit der Wiederbelebung alter deutscher Kirchenlieder beschäftigte. „Das Sühnopfer des neuen Bundes“ war ihr erstes gemeinsames Werk.

Die erste gedruckte Ausgabe der Partitur erschien um 1900 bei F. W. Gadow & Sohn in Hildburghausen. Wirklich erfolgreich wurde das Werk wohl erst im frühen 20. Jahrhundert. Im Anhang eines 1915 herausgegebenen Texthefts erscheinen rund 80 Aufführungsorte, darunter zwei Städte in Nordamerika.

Das im Original dreiteilige Werk dauert etwa zwei Stunden. In Hildburghausen und Eisfeld erklingt eine gekürzte Fassung. Die solistischen Partien übernehmen Kantorin Julia Lucas (Sopran) und KMD Torsten Sterzik (Bass), dem auch die musikalische Leitung obliegt. Der Eintritt zum Konzert ist frei.


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